Vogelfreunde Forchheim 1963 e.V.
Haltung und  Zucht von Wellenbauch-Bronzemännchen Lonchura molucca molucca (Linne`1766) Engl.: Moluccan  Mannikin; Moluccan Fich. **Ordnung:         Sperlingsvögel **Unterordnung: Singvögel **Familie:           Prachtfinken **Gattung:         Lonchura – Bronzemännchen **Unterarten:     Lonchura molucca propinqua; und Lonchura molucca vagans. **Kurzbeschreibung: Größe ca. 11 cm; Stirn und Vorderkopf schwarz, zum  Hinterkopf in  ein helleres, warmes Braun übergehend. Der  Rücken  und die Flügeldecken und  die  Armschwingen zeigen ebenfalls ein helles warmes, rötliches  Braun. Der Bürzel und  die  Oberschwanzdecken  sind  weiß  mit  einer schwarz-braunen Querwellung. Die  Handschwingen sind eher  dunkelbraun  bis  schwärzlich, der Schwanz ist genau  wie  die Kehle  und  der vordere Teil  der Brust  schwarz. Die Unterseite ist  weiß mit  einer zackigen, intensiven, schwärzlichen Querwellung. Das  Auge  ist  braun, der Oberschnabel schwarz, der Unterschnabel bläulich grau. Die Füße  sind grau die Krallen und Zehen eher dunkelgrau.(siehe Fotos 1 + 2 = 1,0). Mit fortschreitendem Alter kann bei vielen Exemplaren festgestellt werden, dass die Augengegend nur noch sehr spärlich befiedert ist, so dass der Lidring sehr auffällig wird. Diese Veränderung(arttypisch ?) ist nach meinen Aufzeichnungen speziell bei den Hähnen, weniger bei den älteren Hennen feststellbar. Die Unterart L.m.vagans, ist etwas größer und kompakter,sie zeigt unterhalb der schwarzen Kehle ein kleines, schmales weißes Band und  die Bauchzeichnung ist bei Weitem nicht so intensiv.  Die Unterart L.m.propinqua zeigt dieses weiße Band unterhalb der Kehle in einer breiteren Form und Unterseite ist noch  weniger gebändert, so dass diese Unterart noch heller erscheint sie ist mit ca. 11,5 cm  auch  etwas größer. Die Geschlechter sind gleich gefärbt, ein vages Unterscheidungsmerkmal kann zum Einen beim Hahn der etwas hellere Fleck unterhalb der Ohrgegend und bei der Henne das „kältere Braun“ auf  dem Rücken sein. Der Gesang ist bei dieser Art ein sehr vakantes Indiz für  die Geschlechterbestimmung, da die Hähne sehr leise und sehr selten ihren glucksenden, knatternden Gesang vortragen. In dieser Pose  sind  sie leicht nach vorne gebeugt und stellen die Kopffedern leicht auf und knicken den Schwanz etwas nach oben  ab. Der Warnruf dieser  Art ist ein impulsives, hart  ausgestoßenes “tschiek-tschiek“. **Herkunft und Lebensweise: Die Molukken und benachbarte Inseln, Sula-Inseln, Celebes ,Buru, Ceram, Halmahera, und die Unterart L.m.vagans trifft man auf der Südhalbinsel von Sulawesi Auf den Tukan-Besi-Inseln und auf den östlichen kleinen Sundainseln an. Die U.a. L.m.propinqua hat ihre Heimat  auf Flores, Kalao, Sumbawa und Sumba. Das Wellenbauch-Bronzemännchen liebt in seinem natürlichen Habitat gebüschreiches, dichtbewachsenes Grasland. Es ist an Waldrändern aber auch in unmittelbarer Nähe zu menschlichen Ansiedlungen anzutreffen. Hier  sieht man dann meistens kleine Familientrupps bzw. kleine Schwärme. Die Vögel  zeigen sich wenig scheu und man kann sie des öfteren in Höfen von Siedlungen aber auch in Reis und Getreidefeldern 1 sehen. Die Nester werden meistens in sehr dichten Büschen oder im  dichten Gezweig der Bäume aus langen Gräsern, schmalen Blättern und kleinen Wurzeln und Fasern errichtet. In ihrer Heimat fällt  die Brutzeit in die Monate März bis Ende Mai, respektive bis zur Ende der Regenzeit. Die Nester werden oft in unmittelbarer Nähe zu einander  angelegt, die Anzahl der Eier pro Gelege, soll zwischen 6 – 7 Eiern betragen (was sich bei der Zucht in menschlicher Hand meines Erachtens anders verhält.) **Haltung: Die ersten Wellenbauch-Bronzemännchen wurden 1879 durch Platen nach Deutschland eingeführt die nächste Einfuhr erfolgte (Bielfeld) erst wieder 1969, jedoch wurden diese Importvögel nicht als Wellenbauch-Bronzemännchen erkannt. Erst im Jahr 1976 kamen wieder Vögel dieser Art nach Europa und zwar in die Schweiz  zu Dr. Burkard, und im Folgejahr gelangte eine größere Anzahl nach Deutschland. Diese Art  ist geradezu prädestiniert um im Schwarm gehalten zu werden. Eine Schwarmhaltung gestaltet sich in der Z.Z. jedoch mehr als schwierig. Leider sind durch die leidige Importsperre keine weiteren Importe zu erwarten und die Bestände in Züchterhand sind nach meinen Recherchen (siehe auch die Bestandserhebung des Int. Lonchura Spezialclubs Deutschland :Anzahl der gehalten Vögel ca.25 St.) in einer alarmierend niedrig vorhandenen Anzahl. Die Importvögel, welche ich im Laufe der Jahre erworben habe waren immer in einem Top Zustand und die Eingewöhnung verlief zu 100% problemlos. Diese Art kann sowohl in einer geräumigen Box (bei mir 180x50x50cm) als auch in Volieren gehalten werden. Allerdings neige ich zu der Aussage, dass sich die Wellenbauch-Bronzemännchen in Boxen wohler und geschützter fühlen als in offenen Volieren. Egal ob Box oder Voliere, die Struktur muss so angelegt sein, dass sowohl freie Bodenflächen als auch viele senkrechte oder schrägstehende  Stangen, Schilfhalme, Kordeln ect. vorhanden sind. Waagrecht angebrachte Sitzstangen werden weniger gern benützt. Als optimal hat sich bei mir ein in den Boxen schrägstehendes Brettchen erwiesen welches als bevorzugter Sitzplatz angenommen wird. Als Nestschläfer ist das Wellenbauch-Bronzemännchen in der Art der Schlafnester nicht wählerisch ( verhält sich bei den Brutnestern anders) und nicht selten ist der komplette Schwarm (bis zu 8 Tieren) in einem Kasten mit der Grundfläche von 14x14cm aufzutreffen. Während die Importvögel während der ersten Wochen bei ca. 21-23 Grad gehalten werden sollten, sind eingewöhnte oder nachgezogene Vögel gegenüber niedrigeren Temperaturen absolut unempfindlich. In meinem Zuchtraum differiert die Gradzahl zwischen 17 – 18 Grad tagsüber, und wird nachts um ca. 3 Grad abgesenkt. Auch im Freigehege  zeigt sich dieser Prachtfink als “hart und ausdauernd“ und diese robusten Vögel können so gehalten, ein erstaunlich hohes Alter (6 bis 7 Jahre sind keine Seltenheit)erreichen. Eine kontinuierliche und ausreichende Belüftung des Raumes ist immens wichtig. Das Badebedürfnis ist sehr individuell so gibt es Tiere welche bis zur totalen Gefiederdurchnässung baden und demzufolge nicht mehr flugfähig sind, und es gibt Tiere welche sich nur leicht an Kopf und der Brust mit Wasser benetzen und sozusagen eine “Katzenwäsche“ durchführen .Die Schwarmhaltung kommt in einer Freivoliere am Besten zu Geltung und die Gruppendynamik und das hoch entwickelte Sozialverhalten innerhalb der Gruppe kann hier am Besten beobachtet werden. Es ist erstaunlich wie schnell, speziell JV oder neuerworbene Tiere in diese Gruppen integriert werden, jedoch die Hierarchie bestehen bleibt. Ich habe im Lauf der Jahre  festgestellt, dass in einem Schwarm 2 meist nur der dominante Hahn hörbar laut singt, und die anderen Hähne eher leise und unauffällig singen und balzen. So hatte ich früher oft die Annahme, dass ich immer mehr Hennen als Hähne hätte, welches sich nach dem Separieren jedoch immer als Trugschluss abzeichnete. Die vermeintlichen Hennen waren / sind dann meistens Hähne, welche, ab vom Schwarm, hörbar bzw. lauter und intensiver sangen/ singen und so als 1,0 identifiziert werden können. In diesen Gruppen werden Aktivitäten wie Fressen,Baden,Gefiederpflege,Sonnenbaden stets gemeinsam unternommen. Bei der Jungenaufzucht werden die ausgeflogenen JV oft von verschiedenen Altvögeln gefüttert, wobei diese Vögel bei mir nie in das eigentliche Brutnest des Zuchtpaares gegangen sind. Streitigkeiten oder gar Disharmonie oder Differenzen habe ich  in all den Jahren innerhalb dieser Gruppen nie registriert. Aber diese Art kann auch ohne Bedenken in Paarhaltung gehalten werden, allerdings verliert der Vogel so etwas von seinem Charme, da er in dieser Situation etwas langweilig wirkt. Ein wesentlicher Aspekt, welcher zum Wohlbefinden dieser Asiaten beiträgt ist neben der Schwarmhaltung. auch ein längere Ruhephase nach der Brutperiode.(dazu später mehr bei der Rubrik “Zucht“). **Vergesellschaftung: Die Wellenbauch-Bronzemännchen haben sich  in meiner Haltung in den vergangen Jahren die Volieren und Boxen mit den verschiedensten Prachtfinken wie z.B. RPA, DPA, LPA; Glanz- und Gitterflügelelsterchen, Nonnenastrilden, Tüpfelastrilde, Diamantamadinen, Roten Tropfenastrilden,  Buntastrilden, Blaßkopfnonnen und  Kleinen Kubafinken geteilt. Es gab, von den Wellenbauch-Bronzemännchen ausgehend, auch nicht den kleinsten Streit. Selbst in unmittelbarer Nestnähe verhalten sich diese Vögel zurückhaltend und absolut friedfertig und neigen in keinem Fall zu Aggressionen. Dieser positive Aspekt der Haltung kommt im Besonderen bei Züchtern und Haltern mit beengten Platzverhältnissen in Betracht. **Ernährung Frisch importierte, bzw. neu eingewöhnte Wellenbauch-Bronzemännchen nehmen bevorzugt nur Keimfutter und Kolbenhirse an. Hirse oder  Glanz wird dann nur schwerlich aufgenommen, sind  die  Vögel  jedoch  eingewöhnt, bzw. handelt es sich um Nachzuchten stellt  sich  dieses  Problem  nicht  mehr, wobei diese Art immer ein Faible für gequollenes bzw. Keimfutter hat. Als  Grundnahrung  füttere ich eine abwechslungsreiche, kleinkörnige Hirsemischung, welche  ich  selbst mische. Dieses Körnergemisch wird aus  kleinen  Hirsesorten, etwas Glanz und  verschiedenen Gras-  und  Salatsamen kreiert, und es   wird  auch  in dieser Konstellation, außer der Komponente Salatsamen, zur Herstellung des Keimfutters verwendet. Wellenbauch-Bronzemännchen sind  auf halbreife Gräser aller Art, halbreifen Hafer und “milchigen“ Weizen geradezu versessen .Die gelbe und rote Kolbenhirse ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Ernährung dieser Art. Fertiges Eifutter (handelübliche  Mischungen) werden sporadisch genommen, spielen in der Fütterung( selbst während der Brutsaison)jedoch nur  eine untergeordnete Rolle. Tierisches Eiweiß, egal  in  welcher  Form sollte nur in kleinen Mengen angeboten werden, da zu viel Eiweiß bei dieser Art sehr schnell zu Organschäden führen kann. Nur während der ersten ca. 6 – 8 Tagen der Jungenaufzucht muss hier etwas üppiger,(Fingerspitzengefühl) ähnlich wie bei einigen Nonnenarten, gefüttert werden. Außer Mehlwürmern kommen Buffalos, Ameisenpuppen und kleine Maden in Betracht. Grünfutter wie z.B. Vogelmiere,  und  deren  Samenkapseln, Salat, Wegerich, Löwenzahn, Spinat 3 stellen eine Säule bei der Fütterung dar. Während  der  Aufzucht  der  Jungvögel ist das Grünfutter ein primäres Element der Fütterung, denn manche Paare ziehen Ihre Jungen ausschließlich mit Grünfutter und Keimfutter auf. Dass diese Futterpflanzen  weder  gedüngt noch gespritzt  wurden, versteht sich von  selbst. Während der Ruhephase, bzw. im Winter  sind Salatgurke und Apfel in einem Rhythmus von 3 – 4Tagen im Speiseplan integriert. Diese kleinen Asiaten benötigen  ständig eine Mischung verschiedener Mineralstoffe in Form von Grit, Muschelkalk, feinem  Vogelsand, Kohle  und  Sepia. Speziell während der Mauser und in den Wochen vor der Eiablage  kann hier eine verstärkte Aufnahme von Kalk und Grit festgestellt werden. **Zucht: Die Schwierigkeit der Zucht beginnt meistens schon mit der Unterscheidung der Geschlechter. Wie bereits o.a. ist diese mitunter sehr schwierig. Klarheit kann hier natürlich heutzutage eine Federprobe schaffen. Das größte Hindernis ist jedoch, die sehr ungünstige Geschlechterverteilung. Ähnlich wie bei Lauchgrünen PA oder bei Gemalten Amadinen tritt (zumindest bei zwei mir bekannten Züchter und mir ebenfalls) mit schöner Regelmäßigkeit eine Verteilung ;Hähne - Hennen von ca.75 % zu 25 % auf. Ein weiterer Aspekt ist die unterschiedliche Brutkondition, auch hier zeigen sich Parallelen zur  LPA auf, denn selten sind die Hähne im selben Brutzyklus (Brutsynchronie) wie die Hennen, was oft zu unbefruchteten Gelegen führt. Die Hennen sind meistens ca.4 Wochen früher im Bruttrieb als die Hähne, hier kann man zwar versuchen, mit gezielter Fütterungsweise aktiv einzugreifen, aber dieses Unterfangen stellt sich nicht wirklich einfach dar, und lässt sich in der Praxis nur schwerlich realisieren. Hat sich ein harmonierendes Paar gefunden ist die interessante Balz sehr oft zu sehen. Der Hahn lässt mit weit aufgerissenem Schnabel und stark angewinkeltem und breit gefächertem Schwanz, leicht nach vorne gebeugt, seinen Gesang verlauten. Der Kopf wird dabei immer stärker hin und her gedreht. Sobald die Henne eine  waagrechte Sitzhaltung einnimmt, kann das typische Schwanzflirren beobacht werden und kurz darauf findet die Kopulation statt. Bei der Wahl der Nistmöglichkeiten sind diese Prachtfinken nicht besonders wählerisch, meistens werden halboffene Kästchen mit der Größe 14x14x20cm bevorzugt, aber auch freistehende Nester werden gerne angelegt, sofern mit Ginster, Schilf, oder Kiefergeäst  die Grundvoraussetzungen hierfür geschaffen sind. Meine Wellenbauch verwenden zum Bau des Nestes grundsätzlich nur Kokosfasern und dünne, relativ lange trockene Gräser. Eine Auspolsterung konnte  bei mir in all den Jahren noch nie festgestellt werden. Die Gelegegröße variiert zwischen 3 und 4 Eiern, selten mehr, diese Feststellung weicht von den Freilandbeobachtungen ab. Die länglichen Eier weisen im Durchschnitt die Maße 16x11mm auf und sind reinweiß. Die Brutzyklen teilen sich die beiden Partner relativ genau auf, die Nacht verbringen generell beide Partner im Nest. Nach einer Brutdauer von 14 –16 Tagen, bei älteren Zuchtpaaren eher nach nur 14 Tagen, schlüpfen die hell fleischfarbenen, nackten Vögel. Die Jungvögel werden im Normalfall von den Eltern bis zum 8 -10 Tag gehudert. ( Siehe Fotos Nr.4 + 5 ; hier ist ein 8 Tage alter JV abgebildet). Während diesen ersten Lebenstagen ist das o.a. Keim- und Grünfutter von immenser Wichtigkeit. Auch die Gaben von Lebendfutter sind während dieser Wachstumsphase von Nöten (siehe ebenfalls u. Rubrik Futter). Es gibt jedoch Elternpaare welche nur sehr schlecht füttern, die Jungen aus dem Nest werfen oder die Jungen gar verstümmeln (es werden zumeist die Füße abgefressen). Bei einem normalen Fütterungsverhalten bzw. korrekter Aufzucht der Elterntiere, wachsen die JV schnell heran und müssen 4 am 8.Tag mit 2,5mm Ringen beringt werden. Diese Beringung hat bei meinen Vögeln noch in keinem Fall zum Verlust der Jungen geführt, und wird von den Eltern ignoriert und dementsprechend toleriert. Die Jungen verlassen, im Alter von ca. 19 –20 Tagen vollbefiedert, aber eher unbeholfen, das Brutnest, welches jedoch während der ersten 2 Wochen nach dem Ausfliegen sehr oft als Ruheplatz und nachts generell als gemeinsamer Schlafplatz aufgesucht wird. (Siehe  das Foto Nr.3: zeigt einen Jungvogel -Kopfstudie- im Alter von 28 Tagen). Die Jungen können, sollten auf jeden Fall bis zum Abschluss der Mauser, vom juvenilen zum ausgefärbten Vogel, welche mit 6 Wochen beginnt,  und mit ca.12 – 14 Wochen beendet ist, bei den Elterntieren bzw. Im Familienverband bleiben. Eine Störung der Folgebrut oder Streitigkeiten konnten in all den Jahren nie beobachtet werden. In dieser, für  die Jungen sehr wichtigen Zeit, ist  der Kreativität, die Ernährung betreffend, keine Grenzen gesetzt. Ähnlich wie bei den RPA, wird in diesem Stadium schlicht weg, alles „fressbare“ probiert und hier liegt meiner Meinung nach auch ein wichtiger Schlüssel zum reibungslosen Federwechsel, mit welchem manche Individuen doch mehr oder weniger Probleme haben und bei manchen eine extrem lange Umfärbezeit registriert werden muss. Bei mir konnten bis dato noch nie mehr als 2 Jahresbruten pro Paar registriert werden. Da diese  Art definitiv nicht zu „Dauerbrütern“ neigen, können die Brutnester bedenkenlos in  der Box / Voliere verbleiben und werden sofort als Schlafnester von den Jungen in Beschlag genommen. Ich hatte bereits Nachzuchten mit F 4 –Generationen aber es muss festgestellt werden, dass mit zunehmenden F-Generationen die Zucht ungleich schwerer wird ,als mit Wildfängen, bzw. mit Paaren welche zur Hälfte aus einem Wildfang bestehen. Besonders das Phänomen von unbefruchteten Gelegen, und einer geringerer Anzahl von Eiern pro Gelege kann festgestellt werden. Die Reproduktionsrate der Zuchtvögel wird von Generation zu Generation geringer. Hatte ich früher einen Schnitt von 3,25 JV pro Brut, so liegt dieser Schnitt in der Zwischenzeit bei 1,8 JV pro Brut. Des weiteren habe ich im Laufe der Jahre festgestellt, dass manche Nachzuchtvögel nur schwerlich bzw., gar nicht mehr zum Brüten animiert werden können, warum auch immer. Nach der Brut- und Aufzuchtsphase ist für die Zuchttiere eine Ruhephase (Geschlechtertrennung und verringertes Futterangebot) von immenser Wichtigkeit. Wenn man sich die Mühe macht und die AZ- Nachzuchtstatistik  und die Historie der Bundesschau der vergangen  Jahre überprüft wird man feststellen, dass diese Art weder oft nachgezogen, noch  ausgestellt  wird. Ich meine für die Bestände dieser Art ist es nicht „ fünf vor 12 Uhr“ , sondern bereits „ 5 nach 12 Uhr“. **Schauwesen: Wellenbauch-Bronzemännchen, sind im Normalfall exzellente Ausstellungsvögel, welche sich im Schaukäfig hervorragend präsentieren und ihre Vorzüge von Ruhe und Eleganz sehr bewusst ins rechte Licht setzten, sofern die Vögel vom Züchter richtig trainiert und vorbereitet wurden. Ein besonderer Augenmerk muss der Fuß- und Krallenpflege gewidmet werden. Warnen möchte ich in diesem Zusammenhang vom Einhängen der Näpfe, diese Art frisst nur sehr ungern aus erhöhten Näpfen, daher ist es wichtig, das Futter in herkömmlicher, bewährter Art, auf dem Käfigboden zu reichen. Auf den Schauen kommt ein wichtiger Aspekt, u.a. für die Zuchtrichter, zum Tragen, denn auf größeren Schauen kann es schon mal vorkommen, dass sowohl Lonchura molucca molucca als auch L.m.vagans zur Bewertung gegeneinander antreten. Da L.m.vagans grundsätzlich etwas größer,fülliger,und kompakter ist, und oft eine 5 sehr helle Zeichnung, teilweise sogar mit leichter Schuppung zeigt und L.m.m. im Vergleich zierlicher und kleiner ist, jedoch die markantere Zeichnung zeigt, ist eine objektive Bewertung nicht immer wirklich einfach. In diesen Fällen müssen die jeweiligen Eigenheiten der Unterart sehr sensibel und korrekt deklariert werden, um im direkten Vergleich eine faire und korrekte Entscheidung zu treffen. Nach den Schauen, kommen die Wellenbauch-Bronzemännchen sehr oft in eine Mauser, auch hier zeigt sich  also eine Parallele zu den LPA´s. Es ist sehr wichtig den Schauvögeln nach der Schau eine längere Zeit der Regeneration zu gewähren, um so die Brutbereitschaft für die Zukunft nicht zu gefährden. Zum guten Schluss möchte ich noch auf die jeweiligen IG´s hinweisen, denn nur wenn es den Züchtern und Haltern dieser  Art gelingt, eine überlebensfähige Population, mit einem gesunden und stabilen Genpool, aufzubauen, wird es uns möglich sein diesen tollen Prachtfinken auch in Zukunft auf Schauen, respektive in unseren Zuchträumen zu bewundern. Die Züchter sollten im Moment ihre eigenen Interessen ab und zu hinten anstellen, und im Interesse der Arterhaltung  einen Konsens / Austausch mit Zuchtkollegen suchen. Ich selbst habe feststellen müssen, wie schwer es in der Zwischenzeit ist eine Henne dieser Art zu erhalten. Eine schier unlösbare und vor Allem finanziell „große“ Aufgabe. Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern - es ist noch gar nicht lange her- als man diese unscheinbaren, braunen Vögel fast nicht verkaufen, bzw. abgeben konnte „kein Mensch wollte diese Vögel“ außer ein paar Idealisten. Nun werden, speziell die Asiaten zu horrenden Preisen angeboten und „urplötzlich“ befassen sich, im Zuge der starken Nachfrage mehr Züchter mit  diesen Arten. Sobald also das kaufmännische Prinzip von Angebot und Nachfrage, und daraus resultierend der Preismechanismus d.h. Preisanstieg, greift, wird / werden eine Art / Arten zu begehrten Vögeln. Als Folge von diesen enormen „Preissteigerungen“ können sich z.B. junge oder weniger bemittelte  Züchter manche Arten gar nicht mehr leisten, da stellt sich für mich die Frage „ist das der richtige Weg?“ Sollten noch Fragen / Anregungen zu diesem Bericht auftreten, stehe ich gerne zur Verfügung. ( Tel. 07706/5900)
Foto: Horst Mayer, Walldorf

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Forchheim 1963 e.V.

Haltung und  Zucht von Wellenbauch- Bronzemännchen Lonchura molucca molucca (Linne`1766) Engl.: Moluccan  Mannikin; Moluccan Fich. **Ordnung:         Sperlingsvögel **Unterordnung: Singvögel **Familie:           Prachtfinken **Gattung:         Lonchura – Bronzemännchen **Unterarten:     Lonchura molucca propinqua; und Lonchura molucca vagans. **Kurzbeschreibung: Größe ca. 11 cm; Stirn und Vorderkopf schwarz, zum  Hinterkopf in  ein helleres, warmes Braun übergehend. Der  Rücken  und die Flügeldecken und  die  Armschwingen zeigen ebenfalls ein helles warmes, rötliches  Braun. Der Bürzel und  die  Oberschwanzdecken  sind  weiß  mit  einer schwarz-braunen Querwellung. Die  Handschwingen sind eher  dunkelbraun  bis  schwärzlich, der Schwanz ist genau  wie  die Kehle  und  der vordere Teil  der Brust  schwarz. Die Unterseite ist  weiß mit  einer zackigen, intensiven, schwärzlichen Querwellung. Das  Auge  ist  braun, der Oberschnabel schwarz, der Unterschnabel bläulich grau. Die Füße  sind grau die Krallen und Zehen eher dunkelgrau.(siehe Fotos 1 + 2 = 1,0). Mit fortschreitendem Alter kann bei vielen Exemplaren festgestellt werden, dass die Augengegend nur noch sehr spärlich befiedert ist, so dass der Lidring sehr auffällig wird. Diese Veränderung(arttypisch ?) ist nach meinen Aufzeichnungen speziell bei den Hähnen, weniger bei den älteren Hennen feststellbar. Die Unterart L.m.vagans, ist etwas größer und kompakter,sie zeigt unterhalb der schwarzen Kehle ein kleines, schmales weißes Band und  die Bauchzeichnung ist bei Weitem nicht so intensiv.  Die Unterart L.m.propinqua zeigt dieses weiße Band unterhalb der Kehle in einer breiteren Form und Unterseite ist noch  weniger gebändert, so dass diese Unterart noch heller erscheint sie ist mit ca. 11,5 cm  auch  etwas größer. Die Geschlechter sind gleich gefärbt, ein vages Unterscheidungsmerkmal kann zum Einen beim Hahn der etwas hellere Fleck unterhalb der Ohrgegend und bei der Henne das „kältere Braun“ auf  dem Rücken sein. Der Gesang ist bei dieser Art ein sehr vakantes Indiz für  die Geschlechterbestimmung, da die Hähne sehr leise und sehr selten ihren glucksenden, knatternden Gesang vortragen. In dieser Pose  sind  sie leicht nach vorne gebeugt und stellen die Kopffedern leicht auf und knicken den Schwanz etwas nach oben  ab. Der Warnruf dieser  Art ist ein impulsives, hart  ausgestoßenes “tschiek- tschiek“. **Herkunft und Lebensweise: Die Molukken und benachbarte Inseln, Sula-Inseln, Celebes ,Buru, Ceram, Halmahera, und die Unterart L.m.vagans trifft man auf der Südhalbinsel von Sulawesi Auf den Tukan-Besi-Inseln und auf den östlichen kleinen Sundainseln an. Die U.a. L.m.propinqua hat ihre Heimat  auf Flores, Kalao, Sumbawa und Sumba. Das Wellenbauch-Bronzemännchen liebt in seinem natürlichen Habitat gebüschreiches, dichtbewachsenes Grasland. Es ist an Waldrändern aber auch in unmittelbarer Nähe zu menschlichen Ansiedlungen anzutreffen. Hier  sieht man dann meistens kleine Familientrupps bzw. kleine Schwärme. Die Vögel  zeigen sich wenig scheu und man kann sie des öfteren in Höfen von Siedlungen aber auch in Reis und Getreidefeldern sehen. Die Nester werden meistens in sehr dichten Büschen oder im  dichten Gezweig der Bäume aus langen Gräsern, schmalen Blättern und kleinen Wurzeln und Fasern errichtet. In ihrer Heimat fällt  die Brutzeit in die Monate März bis Ende Mai, respektive bis zur Ende der Regenzeit. Die Nester werden oft in unmittelbarer Nähe zu einander  angelegt, die Anzahl der Eier pro Gelege, soll zwischen 6 – 7 Eiern betragen (was sich bei der Zucht in menschlicher Hand meines Erachtens anders verhält.) **Haltung: Die ersten Wellenbauch-Bronzemännchen wurden 1879 durch Platen nach Deutschland eingeführt die nächste Einfuhr erfolgte (Bielfeld) erst wieder 1969, jedoch wurden diese Importvögel nicht als Wellenbauch-Bronzemännchen erkannt. Erst im Jahr 1976 kamen wieder Vögel dieser Art nach Europa und zwar in die Schweiz  zu Dr. Burkard, und im Folgejahr gelangte eine größere Anzahl nach Deutschland. Diese Art  ist geradezu prädestiniert um im Schwarm gehalten zu werden. Eine Schwarmhaltung gestaltet sich in der Z.Z. jedoch mehr als schwierig. Leider sind durch die leidige Importsperre keine weiteren Importe zu erwarten und die Bestände in Züchterhand sind nach meinen Recherchen (siehe auch die Bestandserhebung des Int. Lonchura Spezialclubs Deutschland :Anzahl der gehalten Vögel ca.25 St.) in einer alarmierend niedrig vorhandenen Anzahl. Die Importvögel, welche ich im Laufe der Jahre erworben habe waren immer in einem Top Zustand und die Eingewöhnung verlief zu 100% problemlos. Diese Art kann sowohl in einer geräumigen Box (bei mir 180x50x50cm) als auch in Volieren gehalten werden. Allerdings neige ich zu der Aussage, dass sich die Wellenbauch- Bronzemännchen in Boxen wohler und geschützter fühlen als in offenen Volieren. Egal ob Box oder Voliere, die Struktur muss so angelegt sein, dass sowohl freie Bodenflächen als auch viele senkrechte oder schrägstehende  Stangen, Schilfhalme, Kordeln ect. vorhanden sind. Waagrecht angebrachte Sitzstangen werden weniger gern benützt. Als optimal hat sich bei mir ein in den Boxen schrägstehendes Brettchen erwiesen welches als bevorzugter Sitzplatz angenommen wird. Als Nestschläfer ist das Wellenbauch- Bronzemännchen in der Art der Schlafnester nicht wählerisch ( verhält sich bei den Brutnestern anders) und nicht selten ist der komplette Schwarm (bis zu 8 Tieren) in einem Kasten mit der Grundfläche von 14x14cm aufzutreffen. Während die Importvögel während der ersten Wochen bei ca. 21-23 Grad gehalten werden sollten, sind eingewöhnte oder nachgezogene Vögel gegenüber niedrigeren Temperaturen absolut unempfindlich. In meinem Zuchtraum differiert die Gradzahl zwischen 17 – 18 Grad tagsüber, und wird nachts um ca. 3 Grad abgesenkt. Auch im Freigehege  zeigt sich dieser Prachtfink als “hart und ausdauernd“ und diese robusten Vögel können so gehalten, ein erstaunlich hohes Alter (6 bis 7 Jahre sind keine Seltenheit)erreichen. Eine kontinuierliche und ausreichende Belüftung des Raumes ist immens wichtig. Das Badebedürfnis ist sehr individuell so gibt es Tiere welche bis zur totalen Gefiederdurchnässung baden und demzufolge nicht mehr flugfähig sind, und es gibt Tiere welche sich nur leicht an Kopf und der Brust mit Wasser benetzen und sozusagen eine “Katzenwäsche“ durchführen .Die Schwarmhaltung kommt in einer Freivoliere am Besten zu Geltung und die Gruppendynamik und das hoch entwickelte Sozialverhalten innerhalb der Gruppe kann hier am Besten beobachtet werden. Es ist erstaunlich wie schnell, speziell JV oder neuerworbene Tiere in diese Gruppen integriert werden, jedoch die Hierarchie bestehen bleibt. Ich habe im Lauf der Jahre  festgestellt, dass in einem Schwarm meist nur der dominante Hahn hörbar laut singt, und die anderen Hähne eher leise und unauffällig singen und balzen. So hatte ich früher oft die Annahme, dass ich immer mehr Hennen als Hähne hätte, welches sich nach dem Separieren jedoch immer als Trugschluss abzeichnete. Die vermeintlichen Hennen waren / sind dann meistens Hähne, welche, ab vom Schwarm, hörbar bzw. lauter und intensiver sangen/ singen und so als 1,0 identifiziert werden können. In diesen Gruppen werden Aktivitäten wie Fressen,Baden,Gefiederpflege,Sonnenbaden stets gemeinsam unternommen. Bei der Jungenaufzucht werden die ausgeflogenen JV oft von verschiedenen Altvögeln gefüttert, wobei diese Vögel bei mir nie in das eigentliche Brutnest des Zuchtpaares gegangen sind. Streitigkeiten oder gar Disharmonie oder Differenzen habe ich  in all den Jahren innerhalb dieser Gruppen nie registriert. Aber diese Art kann auch ohne Bedenken in Paarhaltung gehalten werden, allerdings verliert der Vogel so etwas von seinem Charme, da er in dieser Situation etwas langweilig wirkt. Ein wesentlicher Aspekt, welcher zum Wohlbefinden dieser Asiaten beiträgt ist neben der Schwarmhaltung. auch ein längere Ruhephase nach der Brutperiode.(dazu später mehr bei der Rubrik “Zucht“). **Vergesellschaftung: Die Wellenbauch-Bronzemännchen haben sich  in meiner Haltung in den vergangen Jahren die Volieren und Boxen mit den verschiedensten Prachtfinken wie z.B. RPA, DPA, LPA; Glanz- und Gitterflügelelsterchen, Nonnenastrilden, Tüpfelastrilde, Diamantamadinen, Roten Tropfenastrilden,  Buntastrilden, Blaßkopfnonnen und  Kleinen Kubafinken geteilt. Es gab, von den Wellenbauch-Bronzemännchen ausgehend, auch nicht den kleinsten Streit. Selbst in unmittelbarer Nestnähe verhalten sich diese Vögel zurückhaltend und absolut friedfertig und neigen in keinem Fall zu Aggressionen. Dieser positive Aspekt der Haltung kommt im Besonderen bei Züchtern und Haltern mit beengten Platzverhältnissen in Betracht. **Ernährung Frisch importierte, bzw. neu eingewöhnte Wellenbauch- Bronzemännchen nehmen bevorzugt nur Keimfutter und Kolbenhirse an. Hirse oder  Glanz wird dann nur schwerlich aufgenommen, sind  die  Vögel  jedoch  eingewöhnt, bzw. handelt es sich um Nachzuchten stellt  sich  dieses  Problem  nicht  mehr, wobei diese Art immer ein Faible für gequollenes bzw. Keimfutter hat. Als  Grundnahrung  füttere ich eine abwechslungsreiche, kleinkörnige Hirsemischung, welche  ich  selbst mische. Dieses Körnergemisch wird aus  kleinen  Hirsesorten, etwas Glanz und  verschiedenen Gras-  und  Salatsamen kreiert, und es   wird  auch  in dieser Konstellation, außer der Komponente Salatsamen, zur Herstellung des Keimfutters verwendet. Wellenbauch-Bronzemännchen sind  auf halbreife Gräser aller Art, halbreifen Hafer und “milchigen“ Weizen geradezu versessen .Die gelbe und rote Kolbenhirse ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Ernährung dieser Art. Fertiges Eifutter (handelübliche  Mischungen) werden sporadisch genommen, spielen in der Fütterung( selbst während der Brutsaison)jedoch nur  eine untergeordnete Rolle. Tierisches Eiweiß, egal  in  welcher  Form sollte nur in kleinen Mengen angeboten werden, da zu viel Eiweiß bei dieser Art sehr schnell zu Organschäden führen kann. Nur während der ersten ca. 6 – 8 Tagen der Jungenaufzucht muss hier etwas üppiger,(Fingerspitzengefühl) ähnlich wie bei einigen Nonnenarten, gefüttert werden. Außer Mehlwürmern kommen Buffalos, Ameisenpuppen und kleine Maden in Betracht. Grünfutter wie z.B. Vogelmiere,  und  deren  Samenkapseln, Salat, Wegerich, Löwenzahn, Spinat stellen eine Säule bei der Fütterung dar. Während  der  Aufzucht  der  Jungvögel ist das Grünfutter ein primäres Element der Fütterung, denn manche Paare ziehen Ihre Jungen ausschließlich mit Grünfutter und Keimfutter auf. Dass diese Futterpflanzen  weder  gedüngt noch gespritzt  wurden, versteht sich von  selbst. Während der Ruhephase, bzw. im Winter  sind Salatgurke und Apfel in einem Rhythmus von 3 – 4Tagen im Speiseplan integriert. Diese kleinen Asiaten benötigen  ständig eine Mischung verschiedener Mineralstoffe in Form von Grit, Muschelkalk, feinem  Vogelsand, Kohle  und  Sepia. Speziell während der Mauser und in den Wochen vor der Eiablage  kann hier eine verstärkte Aufnahme von Kalk und Grit festgestellt werden. **Zucht: Die Schwierigkeit der Zucht beginnt meistens schon mit der Unterscheidung der Geschlechter. Wie bereits o.a. ist diese mitunter sehr schwierig. Klarheit kann hier natürlich heutzutage eine Federprobe schaffen. Das größte Hindernis ist jedoch, die sehr ungünstige Geschlechterverteilung. Ähnlich wie bei Lauchgrünen PA oder bei Gemalten Amadinen tritt (zumindest bei zwei mir bekannten Züchter und mir ebenfalls) mit schöner Regelmäßigkeit eine Verteilung ;Hähne - Hennen von ca.75 % zu 25 % auf. Ein weiterer Aspekt ist die unterschiedliche Brutkondition, auch hier zeigen sich Parallelen zur  LPA auf, denn selten sind die Hähne im selben Brutzyklus (Brutsynchronie) wie die Hennen, was oft zu unbefruchteten Gelegen führt. Die Hennen sind meistens ca.4 Wochen früher im Bruttrieb als die Hähne, hier kann man zwar versuchen, mit gezielter Fütterungsweise aktiv einzugreifen, aber dieses Unterfangen stellt sich nicht wirklich einfach dar, und lässt sich in der Praxis nur schwerlich realisieren. Hat sich ein harmonierendes Paar gefunden ist die interessante Balz sehr oft zu sehen. Der Hahn lässt mit weit aufgerissenem Schnabel und stark angewinkeltem und breit gefächertem Schwanz, leicht nach vorne gebeugt, seinen Gesang verlauten. Der Kopf wird dabei immer stärker hin und her gedreht. Sobald die Henne eine  waagrechte Sitzhaltung einnimmt, kann das typische Schwanzflirren beobacht werden und kurz darauf findet die Kopulation statt. Bei der Wahl der Nistmöglichkeiten sind diese Prachtfinken nicht besonders wählerisch, meistens werden halboffene Kästchen mit der Größe 14x14x20cm bevorzugt, aber auch freistehende Nester werden gerne angelegt, sofern mit Ginster, Schilf, oder Kiefergeäst  die Grundvoraussetzungen hierfür geschaffen sind. Meine Wellenbauch verwenden zum Bau des Nestes grundsätzlich nur Kokosfasern und dünne, relativ lange trockene Gräser. Eine Auspolsterung konnte  bei mir in all den Jahren noch nie festgestellt werden. Die Gelegegröße variiert zwischen 3 und 4 Eiern, selten mehr, diese Feststellung weicht von den Freilandbeobachtungen ab. Die länglichen Eier weisen im Durchschnitt die Maße 16x11mm auf und sind reinweiß. Die Brutzyklen teilen sich die beiden Partner relativ genau auf, die Nacht verbringen generell beide Partner im Nest. Nach einer Brutdauer von 14 –16 Tagen, bei älteren Zuchtpaaren eher nach nur 14 Tagen, schlüpfen die hell fleischfarbenen, nackten Vögel. Die Jungvögel werden im Normalfall von den Eltern bis zum 8 -10 Tag gehudert. ( Siehe Fotos Nr.4 + 5 ; hier ist ein 8 Tage alter JV abgebildet). Während diesen ersten Lebenstagen ist das o.a. Keim- und Grünfutter von immenser Wichtigkeit. Auch die Gaben von Lebendfutter sind während dieser Wachstumsphase von Nöten (siehe ebenfalls u. Rubrik Futter). Es gibt jedoch Elternpaare welche nur sehr schlecht füttern, die Jungen aus dem Nest werfen oder die Jungen gar verstümmeln (es werden zumeist die Füße abgefressen). Bei einem normalen Fütterungsverhalten bzw. korrekter Aufzucht der Elterntiere, wachsen die JV schnell heran und müssen am 8.Tag mit 2,5mm Ringen beringt werden. Diese Beringung hat bei meinen Vögeln noch in keinem Fall zum Verlust der Jungen geführt, und wird von den Eltern ignoriert und dementsprechend toleriert. Die Jungen verlassen, im Alter von ca. 19 –20 Tagen vollbefiedert, aber eher unbeholfen, das Brutnest, welches jedoch während der ersten 2 Wochen nach dem Ausfliegen sehr oft als Ruheplatz und nachts generell als gemeinsamer Schlafplatz aufgesucht wird. (Siehe  das Foto Nr.3: zeigt einen Jungvogel - Kopfstudie- im Alter von 28 Tagen). Die Jungen können, sollten auf jeden Fall bis zum Abschluss der Mauser, vom juvenilen zum ausgefärbten Vogel, welche mit 6 Wochen beginnt,  und mit ca.12 – 14 Wochen beendet ist, bei den Elterntieren bzw. Im Familienverband bleiben. Eine Störung der Folgebrut oder Streitigkeiten konnten in all den Jahren nie beobachtet werden. In dieser, für  die Jungen sehr wichtigen Zeit, ist  der Kreativität, die Ernährung betreffend, keine Grenzen gesetzt. Ähnlich wie bei den RPA, wird in diesem Stadium schlicht weg, alles „fressbare“ probiert und hier liegt meiner Meinung nach auch ein wichtiger Schlüssel zum reibungslosen Federwechsel, mit welchem manche Individuen doch mehr oder weniger Probleme haben und bei manchen eine extrem lange Umfärbezeit registriert werden muss. Bei mir konnten bis dato noch nie mehr als 2 Jahresbruten pro Paar registriert werden. Da diese  Art definitiv nicht zu „Dauerbrütern“ neigen, können die Brutnester bedenkenlos in  der Box / Voliere verbleiben und werden sofort als Schlafnester von den Jungen in Beschlag genommen. Ich hatte bereits Nachzuchten mit F 4 –Generationen aber es muss festgestellt werden, dass mit zunehmenden F-Generationen die Zucht ungleich schwerer wird ,als mit Wildfängen, bzw. mit Paaren welche zur Hälfte aus einem Wildfang bestehen. Besonders das Phänomen von unbefruchteten Gelegen, und einer geringerer Anzahl von Eiern pro Gelege kann festgestellt werden. Die Reproduktionsrate der Zuchtvögel wird von Generation zu Generation geringer. Hatte ich früher einen Schnitt von 3,25 JV pro Brut, so liegt dieser Schnitt in der Zwischenzeit bei 1,8 JV pro Brut. Des weiteren habe ich im Laufe der Jahre festgestellt, dass manche Nachzuchtvögel nur schwerlich bzw., gar nicht mehr zum Brüten animiert werden können, warum auch immer. Nach der Brut- und Aufzuchtsphase ist für die Zuchttiere eine Ruhephase (Geschlechtertrennung und verringertes Futterangebot) von immenser Wichtigkeit. Wenn man sich die Mühe macht und die AZ- Nachzuchtstatistik  und die Historie der Bundesschau der vergangen  Jahre überprüft wird man feststellen, dass diese Art weder oft nachgezogen, noch  ausgestellt  wird. Ich meine für die Bestände dieser Art ist es nicht „ fünf vor 12 Uhr“ , sondern bereits „ 5 nach 12 Uhr“. **Schauwesen: Wellenbauch-Bronzemännchen, sind im Normalfall exzellente Ausstellungsvögel, welche sich im Schaukäfig hervorragend präsentieren und ihre Vorzüge von Ruhe und Eleganz sehr bewusst ins rechte Licht setzten, sofern die Vögel vom Züchter richtig trainiert und vorbereitet wurden. Ein besonderer Augenmerk muss der Fuß- und Krallenpflege gewidmet werden. Warnen möchte ich in diesem Zusammenhang vom Einhängen der Näpfe, diese Art frisst nur sehr ungern aus erhöhten Näpfen, daher ist es wichtig, das Futter in herkömmlicher, bewährter Art, auf dem Käfigboden zu reichen. Auf den Schauen kommt ein wichtiger Aspekt, u.a. für die Zuchtrichter, zum Tragen, denn auf größeren Schauen kann es schon mal vorkommen, dass sowohl Lonchura molucca molucca als auch L.m.vagans zur Bewertung gegeneinander antreten. Da L.m.vagans grundsätzlich etwas größer,fülliger,und kompakter ist, und oft eine sehr helle Zeichnung, teilweise sogar mit leichter Schuppung zeigt und L.m.m. im Vergleich zierlicher und kleiner ist, jedoch die markantere Zeichnung zeigt, ist eine objektive Bewertung nicht immer wirklich einfach. In diesen Fällen müssen die jeweiligen Eigenheiten der Unterart sehr sensibel und korrekt deklariert werden, um im direkten Vergleich eine faire und korrekte Entscheidung zu treffen. Nach den Schauen, kommen die Wellenbauch-Bronzemännchen sehr oft in eine Mauser, auch hier zeigt sich  also eine Parallele zu den LPA´s. Es ist sehr wichtig den Schauvögeln nach der Schau eine längere Zeit der Regeneration zu gewähren, um so die Brutbereitschaft für die Zukunft nicht zu gefährden. Zum guten Schluss möchte ich noch auf die jeweiligen IG´s hinweisen, denn nur wenn es den Züchtern und Haltern dieser  Art gelingt, eine überlebensfähige Population, mit einem gesunden und stabilen Genpool, aufzubauen, wird es uns möglich sein diesen tollen Prachtfinken auch in Zukunft auf Schauen, respektive in unseren Zuchträumen zu bewundern. Die Züchter sollten im Moment ihre eigenen Interessen ab und zu hinten anstellen, und im Interesse der Arterhaltung  einen Konsens / Austausch mit Zuchtkollegen suchen. Ich selbst habe feststellen müssen, wie schwer es in der Zwischenzeit ist eine Henne dieser Art zu erhalten. Eine schier unlösbare und vor Allem finanziell „große“ Aufgabe. Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern - es ist noch gar nicht lange her- als man diese unscheinbaren, braunen Vögel fast nicht verkaufen, bzw. abgeben konnte „kein Mensch wollte diese Vögel“ außer ein paar Idealisten. Nun werden, speziell die Asiaten zu horrenden Preisen angeboten und „urplötzlich“ befassen sich, im Zuge der starken Nachfrage mehr Züchter mit  diesen Arten. Sobald also das kaufmännische Prinzip von Angebot und Nachfrage, und daraus resultierend der Preismechanismus d.h. Preisanstieg, greift, wird / werden eine Art / Arten zu begehrten Vögeln. Als Folge von diesen enormen „Preissteigerungen“ können sich z.B. junge oder weniger bemittelte  Züchter manche Arten gar nicht mehr leisten, da stellt sich für mich die Frage „ist das der richtige Weg?“ Sollten noch Fragen / Anregungen zu diesem Bericht auftreten, stehe ich gerne zur Verfügung. ( Tel. 07706/5900)
Bild: Horst Mayer, Walldorf